SCHAFE KÖNNEN SICHER WEIDEN: Mit Bach und Vivaldi in Györ

SCHAFE KÖNNEN SICHER WEIDEN: Mit Bach und Vivaldi in Györ

Eva Leonie Fegers, Dozentin für Blockflöte an der Joseph Haydn Privathochschule, verbrachte einen Tag an der Musikuniversität in Györ.

Hier ihr Bericht:
Vor kurzem führte mich ein erneuter Austausch an die Széchenyi-IstvánUniversität in Győr, Ungarn. Bereits zum dritten Mal erfolgte die Einladung zu einer Masterclass im Rahmen der bestehenden Kooperation der Joseph Haydn Privathochschule und der dortigen Musikuniversität. Der Aufenthalt wurde vor Ort von einer engagierten Blockflötenstudentin begleitet, die mich organisatorisch unterstützte und mir während des gesamten Tages assistierte. Die Masterclass richtete sich an Blockflötenstudierende der Musikuniversität und des städtischen Konservatoriums. So hatte ich die Gelegenheit, talentierte, wissbegierige und engagierte TeilnehmerInnen zu erleben und zu unterrichten.

Der offene Unterricht vor interessiertem Publikum fand in englischer und deutscher Sprache statt. Die Arbeitsatmosphäre war geprägt von großer Offenheit, Konzentration und gegenseitiger Wertschätzung. Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf Werken des Früh- und Hochbarock. Besonderes Interesse galt der Interpretation instrumentaler Diminutionspraxis auf Grundlage vokaler Kompositionen. Exemplarisch wurde der Cantus aus dem Madrigal „Ancor che col partire“ von Cipriano de Rore gemeinsam erarbeitet und gesungen, um die Verbindung zwischen vokalem Ursprung und instrumentaler Ausgestaltung unmittelbar erfahrbar zu machen. Am Nachmittag gestaltete Prof. Gábor Prehoffer, Dozent der Musikuniversität, Unterricht mit Studierenden der JHP. Es musizierten Csenge Drexler-Németh und Magdalena Albrecht (Blockflöte), Maya Kiwus (Gesang) sowie Yurii Tiulpin (Gitarre).

Gemeinsames Konzert

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Konzert in der benachbarten Synagoge, das auf große Resonanz beim Publikum stieß. Auf dem Programm standen unter anderem eine Triosonate von Johann Joachim Quantz, „Schafe können sicher weiden“ von Johann Sebastian Bach, das c-Moll-Konzert von Antonio Vivaldi sowie zwei Lautenlieder von John Dowland in einer Fassung für Blockflöte und Gitarre. Das zahlreich erschienene Publikum verfolgte das Konzert mit großer Aufmerksamkeit und dankte den Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus. Der Austausch erwies sich erneut als künstlerisch wie pädagogisch bereichernd und bildete einen gelungenen Abschluss eines inspirierenden Tages im Zeichen der Alten Musik.

Ein großer Dank gilt der JHP, die meinen Aufenthalt und das Mitreisen der Studierenden unterstützte und der Széchenyi-István-Universität für die Organisation der Masterclass und des Konzertes.

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