Das BIP The Trombone in Europe “A singing approach to the instrument” fand vor kurzem an der JHP statt. Teilgenommen haben 4 Studierende von der Universität der Künste Berlin, 8 Studierende und 1 Lehrender der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, 5 Studierende und 1 Lehrender der Franz Liszt Akademie Budapest, 5 Studierende der Escola Superior de Música Lissabon, 2 Studierende der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und 7 Studierende der JHP.
Bericht vom Leiter des BIPs, Gabriel Antão:
Das BIP an der JHP in Eisenstadt wurde als Gelegenheit präsentiert, die Posaune auf eine dem Gesang ähnliche Weise zu betrachten – mit größtmöglicher Natürlichkeit und Effizienz. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Vokalwerke auf dem Instrument erarbeitet sowie Workshops durchgeführt, die die Parallelen zwischen Instrumentalpraxis und Gesang aufzeigten.
Im Folgenden werden die durchgeführten Aktivitäten chronologisch dargestellt und die Inhalte zusammengefasst.
Tag 1 (Montag, 27.04.)
Der erste Tag begann mit der Begrüßung der Studierenden und Lehrenden sowie einer Vorstellung des Arbeitsplans für die Woche. Anschließend leitete Professor Dominik Hauer (Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin) die ersten Aktivitäten und präsentierte zentrale Aspekte seiner Übepraxis. Diese war stark instrumentenbezogen, mit Fokus auf reduzierte Dynamik und große Flexibilität. Danach begannen die Proben im Bereich der Kammermusik mit neuen Werken für größere Ensembles, die im Konzert am Dienstag aufgeführt werden sollten. Das gemeinsame Musizieren erwies sich als besonders effektive Methode, um den Austausch zwischen den Studierenden zu fördern und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Am Nachmittag arbeiteten die Klassen mit ihren jeweiligen Lehrenden an dem vorbereiteten Repertoire für das Konzert. Der Tag endete mit einer weiteren Probe der neuen Werke.
Tag 2 (Dienstag, 28.04.)
Der zweite Tag begann mit dem Gastbeitrag von Christian Poitinger (Volksoper Wien / mdw Wien). Er stellte grundlegende Prinzipien seiner Arbeit vor, insbesondere die Bedeutung einer effizienten Atmung und eines ganzheitlichen Körpergefühls. Sein instrumentaler Ansatz basierte auf einfachen Legato-Übungen sowie intensiver Skalenarbeit. Anschließend fand die Generalprobe auf hohem Niveau statt, die die Erwartungen an das Konzert steigerte. Nach dem Mittagessen begann ein Vocal-Training-Workshop, dessen erster Teil – bei gutem Wetter – im Schlosspark vor der Hochschule stattfand. Die entspannte Atmosphäre unterstützte insbesondere die körperliche Lockerung. Der zweite Teil im Auditorium widmete sich gezielt der vokalen Arbeit und deren Übertragbarkeit auf das Instrument. Der anschließende Austausch zeigte großes Interesse seitens der Teilnehmenden. Das Konzert am Abend verlief äußerst erfolgreich und wurde vom Publikum sehr positiv aufgenommen. Eine Audio- und Videoaufnahme wurde für die beteiligten Institutionen erstellt.
Tag 3 (Mittwoch, 29.04.)
Der dritte Tag begann mit Andreas Eitzinger (Anton Bruckner Privatuniversität / Tonkünstler-Orchester). Er leitete eine dynamische Techniksession mit Schwerpunkt auf Buzzing sowie Glissandi und Bending zur Klangoptimierung über den gesamten Tonumfang. Anschließend fand eine simulierte Orchesterprobe (Probespielsimulation) statt. Die Teilnehmenden spielten zwei Runden (ein Konzertsatz und drei Orchesterstellen) und erhielten anschließend Feedback der Jury. Diese praxisnahe Simulation ermöglichte das Erleben von Drucksituationen und lieferte wertvolle Impulse für zukünftige Probespiele. Nach dem Mittagessen präsentierte Paul Amann (mdw Wien) aktuelle Forschungsergebnisse zur Ansatzdruckmessung. Die Teilnehmenden konnten zudem eigene Tests durchführen. Es folgte eine weitere Einheit mit Christian Sprenger (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar), der seinen Fokus auf natürliche und effiziente Atmung legte. Die Übungen wurden zunächst ohne Instrument und anschließend darauf übertragen. Der Tag endete mit einer offenen Diskussionsrunde zwischen Lehrenden und Studierenden.
Tag 4 (Donnerstag, 30.04.)
György Gyivicsán (Franz Liszt Akademie Budapest) eröffnete den Tag mit grundlegenden technischen Übungen. Beginnend mit freier Vibration ohne Mundstück zeigte er den Aufbau einer stabilen und gesunden Tonproduktion. Seine Übungen orientierten sich stark am Gesang und basierten auf natürlichen Legatobewegungen, auch bei artikulierten Passagen. Anschließend hielt Guntram Halder (Deutsche Oper Berlin / Universität der Künste Berlin) einen theoretischen Vortrag über körperliche Prozesse beim Musizieren und deren Zusammenhang mit der Posaunenpraxis. Am Nachmittag leitete Leonhard Königseder (mdw Wien) einen interaktiven Workshop zum Mentaltraining. Er erklärte anschaulich die Rolle von Gehirn, Emotionen und mentalen Strategien beim Musizieren.
Den Abschluss bildete eine praktische Einheit mit Gabriel Antão (Joseph Haydn Privathochschule, Eisenstadt), der die zentralen Aspekte seiner Übemethodik erläuterte und durch Übungen ergänzte.
Tag 5 (Freitag, 01.05.)
Am letzten Tag, nach einer intensiven Woche, war ein etwas leichteres Programm vorgesehen. Ferdinand Hebesberger (mdw Wien – Schubert Institut) leitete eine Techniksession mit einem Ansatz, der von Streichinstrumenten inspiriert ist. Er stellte zudem zentrale pädagogische Konzepte vor, die er in kurzen öffentlichen Unterrichtseinheiten demonstrierte. Anschließend präsentierte er die Geschichte der Posaune in Europa mit Schwerpunkt auf Österreich und brachte ein über 100 Jahre altes Instrument mit. Zum Abschluss demonstrierte Erik Kren (Instrumentenbauer bei Votruba, Wien) Möglichkeiten der individuellen Anpassung von Instrumenten. Die Teilnehmenden konnten verschiedene Instrumente testen und klangliche Unterschiede direkt erleben.
Fazit
Das BIP an der erwies sich als intensives und äußerst lehrreiches Projekt. Das Feedback von Studierenden und Lehrenden war durchwegs positiv.
Das Kammermusikkonzert stellte einen Höhepunkt dar und spiegelte das hohe Niveau der Teilnehmenden wider. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Praxis, Pädagogik und aktueller Forschung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Projekt die zuvor geleistete Vorbereitung sinnvoll ergänzt hat. Trotz der Komplexität körperlicher und mentaler Prozesse beim Posaunenspiel sollte der Fokus aufklaren und einfachen Zielen liegen.
Ein gesangsähnlicher Ansatz erweist sich dabei als besonders effizient und förderlich für die musikalische Ausdrucksfähigkeit.





